Ratgeber · Websites für Handwerker
Website für Elektriker: Aufbau, SEO und Kontakt
Vom Zählerschrank bis zur Wallbox: Elektrobetriebe haben ein breites Angebot und oft zwei sehr verschiedene Kundengruppen. So gliedern Sie Ihre Website, damit Privat- und Gewerbekunden finden, was sie suchen, und direkt anfragen.
Ein Elektriker macht selten nur eine Sache. Installation im Neubau, Sanierung im Altbau, Störungsdienst, Wallbox, Photovoltaik, Smart Home, Prüfungen für Gewerbe. Das ist eine Stärke, auf der Website aber schnell ein Problem: Wenn alles gleich gewichtet in einer Liste steht, erkennt niemand, wofür Ihr Betrieb besonders steht.
Zwei Einstiege: Privat und Gewerbe
Privatkunden fragen nach Kosten, Ablauf und Terminen. Gewerbekunden nach Zuverlässigkeit, Dokumentation, Prüfintervallen und einem festen Ansprechpartner. Wenn Sie beide bedienen, geben Sie ihnen auf der Startseite zwei klar beschriftete Wege, etwa „Für Hausbesitzer“ und „Für Unternehmen und Hausverwaltungen“. Jeder Bereich zeigt dann nur die Leistungen, Beispiele und Kontaktwege, die für diese Gruppe zählen.
Leistungen so beschreiben, wie Kunden suchen
Niemand sucht nach „Elektrotechnische Dienstleistungen“. Gesucht wird nach konkreten Anliegen. Eigene Seiten lohnen sich vor allem für:
- Wallbox-Installation: Was ist vor Ort nötig, wie läuft die Installation ab, was brauchen Sie vom Kunden, etwa Fotos vom Zählerschrank und den Abstand zum Stellplatz?
- Photovoltaik und Speicher, wenn Sie Planung oder Anschluss übernehmen, mit klarer Angabe, welche Teile Sie selbst machen.
- Elektroinstallation in Neubau und Sanierung, inklusive Zählerschrank und Unterverteilung.
- E-Check und Prüfungen für Gewerbe, mit dem Nutzen für den Kunden: dokumentierte Sicherheit und weniger Aufwand bei Nachweisen.
- Smart Home und Gebäudetechnik, wenn das ein echter Schwerpunkt ist.
Jede Seite beantwortet die drei Fragen: Was genau machen Sie, wie läuft es ab und wie fragt man an? So kann jede Seite bei Google für die passende Suche mit Ortsbezug gefunden werden.
Anfragen vorbereiten statt nachtelefonieren
Viele Rückfragen lassen sich mit einem gut gebauten Formular vermeiden. Für eine Wallbox-Anfrage zum Beispiel: Ort, Fahrzeug oder gewünschte Ladeleistung, Baujahr des Hauses, Foto vom Zählerschrank, Entfernung zum Stellplatz. Für Gewerbekunden: Art der Anlage, Anzahl der Geräte oder Arbeitsplätze, gewünschter Prüfzeitraum. Das spart Ihnen Zeit und zeigt dem Kunden, dass Sie wissen, worauf es ankommt.
Damit Anfragen nicht im Postfach untergehen, können sie automatisch sortiert und bestätigt werden. Beispiele dafür im Artikel Automatisierung für kleine Unternehmen.
Störungsdienst ehrlich kommunizieren
Wenn Sie einen Störungs- oder Notdienst anbieten, gehört er gut sichtbar auf jede Seite, mit klaren Zeiten und Bedingungen. Bieten Sie keinen an, sagen Sie, wie schnell Sie bei Störungen in der Regel reagieren. Unklare Versprechen führen zu verärgerten Anrufern.
Vertrauen und Fachkunde zeigen
- Echte Projektfotos: aufgeräumte Verteilungen, installierte Wallboxen, fertige Anlagen.
- Qualifikationen und Eintragungen nur nennen, wenn sie zutreffen, zum Beispiel Meisterbetrieb oder Eintragung beim Netzbetreiber.
- Herstellerpartnerschaften nur, wenn sie bestehen, und Logos nur mit Erlaubnis.
- Bewertungen nur echte, etwa als Verweis auf Ihr Google-Profil.
Lokal gefunden werden
Elektriker werden fast immer in der Nähe gesucht. Grundlage sind ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, ein klar benanntes Einsatzgebiet und einheitliche Firmendaten. Der Artikel Lokale SEO erklärt das Zusammenspiel. Für Leistungen mit hoher Nachfrage, wie Wallboxen, können zusätzlich Anzeigen bei Google sinnvoll sein.
Die Grundlagen für alle Gewerke finden Sie in der Checkliste für Handwerker-Websites.
Häufige Fragen
Soll ich Privat- und Gewerbekunden auf getrennten Seiten ansprechen?
Wenn Sie beide Zielgruppen bedienen, ja. Ein Hausbesitzer mit Wallbox-Wunsch und ein Facility-Manager, der wiederkehrende Prüfungen vergeben will, brauchen unterschiedliche Informationen und Ansprechpartner. Zwei klar beschriftete Einstiege auf der Startseite reichen oft schon.
Welche Leistungen sollten eine eigene Seite bekommen?
Die, mit denen Sie Aufträge gewinnen wollen und nach denen gezielt gesucht wird, zum Beispiel Wallbox-Installation, Photovoltaik und Speicher, Elektroinstallation im Neubau oder Altbau, E-Check oder Prüfungen für Gewerbe. Kleinaufträge können Sie gesammelt aufführen.
Wie viel Technik darf ich erklären?
So viel, wie Kunden für ihre Entscheidung brauchen. Normen und Fachbegriffe nennen Sie am besten mit einer kurzen Erklärung, was das für den Kunden bedeutet. Fachkunde zeigt sich eher in klaren Antworten als in langen Normenlisten.
Ihr nächster Schritt
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