Ratgeber · Websites für Handwerker

Website für Fliesenleger: Was wirklich drauf muss

Ein neues Bad kauft niemand nach einer Leistungsliste. Interessenten wollen sehen, wie Ihre Arbeit aussieht, ob Sie in ihrer Gegend tätig sind und wie schnell sie ein Angebot bekommen. So bauen Sie eine Fliesenleger-Website auf, die genau das beantwortet.

7 Minuten Lesezeit Justin Gärtner, Meshor GmbH

Fliesenarbeiten sind ein Gewerk, das Kunden sehen wollen, bevor sie anrufen. Ob Großformat im Bad, Feinsteinzeug auf der Terrasse oder ein sauberer Sockel im Flur: Die Qualität erkennt man an Fugen, Anschlüssen und Übergängen. Genau deshalb entscheiden bei der Website eines Fliesenlegers weniger die Worte als die Bilder, und die Frage, wie leicht man nach dem Ansehen zum Telefon greift.

Die Leistungsbereiche klar trennen

Viele Fliesenleger-Websites listen alles in einem Absatz: Bad, Küche, Boden, Balkon, Naturstein. Für Besucher und für Google ist es besser, wenn die wichtigsten Bereiche eigene Abschnitte oder Seiten bekommen:

  • Badsanierung und Badgestaltung, oft der größte und wertvollste Auftrag, gern mit Hinweis, ob Sie die anderen Gewerke koordinieren.
  • Bodenfliesen in Wohnräumen, Fluren und Gewerbeflächen.
  • Küchenrückwand und Wandfliesen.
  • Terrasse und Balkon, mit den Fragen, die Kunden dazu haben, etwa zum Untergrund.
  • Spezialarbeiten wie Großformat, Naturstein oder Abdichtung, wenn Sie das anbieten.

Jede dieser Seiten beantwortet: Was machen Sie genau, wie läuft so ein Auftrag ab und welche Beispiele gibt es dazu? So landet jemand, der „Badsanierung + Ort“ sucht, direkt auf der passenden Seite und nicht auf einer allgemeinen Startseite.

Referenzen: Bäder und Böden, die man anschauen kann

Echte Arbeiten sind das stärkste Argument eines Fliesenlegers. Austauschbare Bilddatenbank-Fotos fallen dagegen sofort auf und schwächen das Vertrauen. Ein paar Regeln für die Projektgalerie:

  • Lieber zehn gute als hundert durchschnittliche Fotos. Hell, gerade fotografiert, aufgeräumt. Ein Smartphone mit Tageslicht reicht oft.
  • Nach Bereich sortieren: Bäder, Böden, Terrassen. Interessenten suchen gezielt.
  • Vorher-nachher zeigen, wo es sich anbietet. Gerade bei Badsanierungen versteht man so sofort, was Sie leisten.
  • Kurz beschreiben: Raum, Format, Besonderheit, Ort grob. Zwei Sätze genügen.
  • Details zeigen: eine Nahaufnahme von Fugen oder einer Ecke sagt mehr als jede Beschreibung.

Wichtig ist das Einverständnis der Kunden. Fragen Sie bei der Abnahme, ob Sie Fotos verwenden dürfen, und achten Sie darauf, dass nichts Privates zu sehen ist.

Einsatzgebiet und lokale Suche

Fliesenleger werden fast immer mit Ortsbezug gesucht. Nennen Sie deshalb klar, wo Sie arbeiten: Ihren Sitz und die Orte im Umkreis. Für wichtige Orte können eigene Seiten sinnvoll sein, wenn Sie dort tatsächlich Projekte haben und etwas Konkretes dazu sagen können. Reine Ortsseiten mit ausgetauschtem Städtenamen bringen dagegen wenig.

Mindestens genauso wichtig ist das Google-Unternehmensprofil: mit passender Kategorie, Fotos Ihrer Arbeiten, Öffnungszeiten und einem Link auf Ihre Website. Wie Website und Profil zusammenspielen, erklärt der Artikel zur lokalen SEO.

Kontakt, der auf dem Handy funktioniert

Viele Anfragen entstehen unterwegs oder abends auf dem Sofa, also am Smartphone. Prüfen Sie Ihre Website deshalb immer zuerst auf dem Handy:

  • Die Telefonnummer ist auf jeder Seite sichtbar und lässt sich direkt antippen.
  • Ein kurzes Anfrageformular fragt nur, was Sie für eine erste Einschätzung brauchen: Art der Arbeit, ungefähre Fläche, Ort, gewünschter Zeitraum und Rückrufnummer.
  • Wenn Sie Fotos per Formular oder WhatsApp annehmen, steht dabei, wofür Sie sie nutzen. Die Datenschutzerklärung muss das abdecken.
  • Nach dem Absenden steht da, wann Sie sich melden.

Wer tagsüber auf der Baustelle steht, verpasst Anrufe. Dann kann eine automatische Anfragebearbeitung helfen, die Anfragen sammelt und eine Eingangsbestätigung schickt.

Typische Schwächen alter Fliesenleger-Websites

  • Die Startseite zeigt ein Logo und eine Telefonnummer, aber keine einzige eigene Arbeit.
  • Die Fotos sind klein, dunkel oder Jahre alt, oder es sind gar keine eigenen.
  • Leistungen stehen als Stichwortliste ohne Erklärung, Einsatzgebiet fehlt.
  • Auf dem Handy muss man zoomen, die Nummer lässt sich nicht antippen.
  • Impressum oder Datenschutzerklärung sind veraltet, zum Beispiel noch mit Verweis auf das Telemediengesetz.
  • Die Seite lädt langsam, weil Fotos unkomprimiert hochgeladen wurden. Mehr dazu im Artikel Langsame Website.

Vertrauen durch reale Arbeit

Am Ende kaufen Kunden einen Betrieb, dem sie ihr Bad anvertrauen. Zeigen Sie deshalb, wer Sie sind: ein Foto von Ihnen oder Ihrem Team, Ihr Fahrzeug, Ihre Werkstatt. Nennen Sie Qualifikationen und Mitgliedschaften nur, wenn sie zutreffen, und Bewertungen nur, wenn sie echt sind, etwa als Link auf Ihr Google-Profil. Erfundene Kundenstimmen sind nicht nur unseriös, sie sind wettbewerbsrechtlich riskant.

Grundlage für alle Gewerke: Die Checkliste für Handwerker-Websites fasst Inhalte, Pflichtangaben und Technik zusammen.

Häufige Fragen

Darf ich Fotos aus Kundenbädern auf meiner Website zeigen?

Fragen Sie vorher, am besten schriftlich, zum Beispiel bei der Abnahme. Achten Sie darauf, dass keine persönlichen Gegenstände, Familienfotos oder Hausnummern zu sehen sind. Den Ort nennen Sie besser allgemein, etwa „Badsanierung in Neustadt“ statt der genauen Adresse.

Reicht ein Profil bei Google statt einer Website?

Das Google-Unternehmensprofil ist wichtig, ersetzt aber keine Website. Auf Ihrer eigenen Seite können Sie Leistungen ausführlich beschreiben, Projekte geordnet zeigen und ein Anfrageformular anbieten, das genau die Angaben abfragt, die Sie für ein Angebot brauchen.

Brauche ich für jede Leistung eine eigene Seite?

Für die Leistungen, mit denen Sie hauptsächlich Geld verdienen, ja. Eine eigene Seite für Badsanierung und eine für Bodenfliesen werden bei Google besser gefunden als ein einzelner Absatz auf der Startseite. Kleinere Arbeiten können Sie gesammelt auf einer Seite aufführen.

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